Salzburg an einem Tag

Salzburg liegt an der Salzach und seine Heiligen haben als Zeichen den Salztopf. Aber Salzburg kann auch süß: Eispalatschinken, Topfenstrudel und Sachertorte an jeder Ecke. Ganz nach meinem Geschmack.

Die lange Busfahrt hat sich auf jeden Fall gelohnt. Salzburgs Altstadt ist wunderschön. „Schnuckelig“ ist der beste Begriff, der mir einfällt. Wenn man durch die schmalen, hohen Gassen schlendert, fühlt man sich wohl: alles ist eng beieinander, alt und gemütlich.

Aber natürlich auch sehr touristisch. Nichts ist improvisiert, alles mehrsprachig und trotz des trüben Wetters schreit uns eine Souvenirverkäuferin halbherzig „Mozartkugeln, 18 Stück nur 6 €“ hinterher.

Aber der österreichische Dialekt wirkt wie ein Weichzeichner und Entschleuniger. Zumindest auf mich. Die Sprachmelodie und die vielen Verniedlichungsformen lösen in mir ein Urlaubsfeeling aus. Und als Sahnehäubchen, oder Schlagobershauberl, wie die Österreicherin sagen würde, gibts dann auch noch Sekt to go, nachmittags, einfach so.

Das Museum der Moderne wechselt leider gerade seine Ausstellung, aber dafür bekommen wir eine wunderbare Führung von Frater Simon Petrus über das Klostergelände von St. Peter. Das Benediktinerkloster ist das älteste durchgehend bewohnte Kloster Europas, worauf der Frater sichtlich stolz ist.

Wir lernen, dass Petrus oft mit Schlüssel dargestellt wird und Paulus mit Schwert oder Buch. Der eine sperrt die Himmelspforte auf, der andere wurde geköpft und war ein Schreiberling. Klugscheißerdetails, die ich meiner umfassenden Bildung vom katholischen Mädchengymnasium hinzufügen kann.

Als Historiker kennt sich Simon Petrus auch mit den Baustilen sehr gut aus und rüttelt an lange verschüttetem Wissen über Kirchenbaustile: Romanik, Gotik, Barock. Neu dazu kommt Rokoko, sprich Barock plus, was in seiner Überladenheit wirklich jede Faser meines Designgeschmacks revoltieren lässt. Zu viel chichi, wie Mademoiselle Chanel zu sagen pflegte.

Innerhalb der Klostermauern, in Klausur, können sich meine Augen und mein Gehirn dann wieder erholen: Der Kreuzgang um den grünen Innenhof ist schlicht und einfach. Wunderschön. Sofort sieht man sich an einem heißen Sommertag im Schatten durch den Kreuzgang schlendern, die Stille genießen, den Vögeln zuzuhören und zur Mittagszeit dem Glockenspiel in der Festung.

Stattdessen wandeln wir an der Salzach entlang zurück zum Kolpinghaus. Denn unser Besuch in Salzburg ist leider schon zu Ende.

 

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Getreidegasse, die Haupteinkaufsstraße Salzburgs

 

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Savoir-vivre in Salzburg: Nachmittags treffen sich hier Menschen zum Aperitif vor diesem kleinen Weingeschäft

 

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Mozartstadt Salzburg

 

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Domkirche im Stil des Barock

 

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Deckenschmuck im Dom

 

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Klosterkirche mit einem Kleid im Stil des Barock und Rokoko, darunter steckt aber ein romanischer Bau

 

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Dieses cooles Weihwasserbecken in der Klosterkirche wurde verwendet, um die darüber angebrachte Gedenktafel zu bespritzeln.

 

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Die Marienkapelle ist die Alltagskapelle der Mönche und aus meiner Sicht schöner als die großen Kirchen.

 

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Insbesondere gefallen mir die nachexpressionistischen Wandmalereien von Lydia Roppolt aus den 1950er Jahren.

 

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Frater Simon Petrus im Kreuzgang

 

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An der Salzach

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