HowTo: Nussmilch

Vor ein paar Monaten habe ich für zwei Wochen die vegane Ernährung ausprobiert. So ein Experiment kann ich nur jedem und jeder empfehlen. Seitdem bin ich mir viel mehr bewusst, in welchen Gerichten tierische Produkte verwendet werden und vor allem, in wie vielen Gerichten kaum oder gar keine tierischen Produkte vorkommen.

Was ich in den zwei Wochen für mich entdeckt habe, sind die ganzen pflanzlichen Drinks, die man statt Milch verwenden kann: vor allem Hafermilch und Nussmilch haben es mir angetan.

Da diese Getränke aber alle nur in Tetrapaks zu kaufen sind, sind sie nicht mit meiner Müllvermeidung kompatibel.

Gut, dass man Nussmilch relativ einfach selber machen kann.

Ich hatte am Anfang Bedenken, da in den meisten Rezepten ein Standmixer benutzt wird, aber mit unserem 700W-Pürierstab klappt es auch wunderbar.

Zur Zeit ist ja Nussernte, also falls ihr in der Nähe einen Busch oder Baum habt, geht sammeln (nur wenn er niemandem gehört natürlich) und macht euch eure eigene Nussmilch.

Und so geht’s:

1. Nüsse einweichen lassen. Am besten macht ihr das abgedeckt über Nacht. Ihr braucht dafür nicht so viel Wasser wie auf dem Bild. Ich habe nur schon aufgefüllt, bevor mir aufgefallen ist, dass ich ja noch ein Bild für euch machen muss! 🙂

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2. Mehr Wasser dazufüllen und pürieren. Süßen. Für die Wassermenge bekommt ihr mit der Zeit ein Gefühl. Ihr braucht so viel Wasser, dass euch die Konsistenz gefällt. Pürieren solltet ihr so lange, bis die Flüssigkeit weiß ist. Und dann ruhig noch ein bisschen länger.
Damit es besser schmeckt, gebe ich immer noch ein, zwei Teelöffel Vanillezucker dazu. Milch enthält ja von Natur aus Zucker, das darf ruhig ausgeglichen werden.

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3. Die Nussmilch durch ein Sieb und ein Passiertuch filtern. Am Schluss den Trester im Passiertuch fest ausdrücken, damit auch der letzte Rest Milch gerettet wird.
Ich habe es auch schon ohne das Passiertuch gemacht, aber dann hatte ich noch viel Nussmehl in der Milch, was mir dann nicht so gefallen hat. Als Passiertuch könnt ihr jeden dünnen, feinen Stoff benutzen. Vorher Waschen wäre aber nicht schlecht ;).

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So sieht die fertige Milch aus:

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4. Abfüllen. Ich fülle die Milch immer in eine heiß ausgewaschene Milchflasche. Die Milch hält im Kühlschrank bis zu vier Tage. Manche kochen sie auch vor dem Abfüllen auf, sodass sie dann bis zu 1 Woche hält. Das war mir bisher immer zuviel Arbeit, darum mache ich immer kleinere Portionen, die meistens innerhalb von 3 Tagen weg ist.

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5. Außer der Milch bleibt auch der Trester übrig, der eine große Ähnlichkeit zu gemahlenen Nüssen hat. (Nur mit weniger Geschmack.) Laut Irgendwo-im-Internet kann man den im Ofen trocknen und dann endlos aufbewahren.
Da mir das aber zu viel Energie verbraucht, benutze ich ihn immer in den nächsten paar Tagen als Beilage im Müsli oder als Mehlersatz im Kuchen. Im Kühlschrank hält er sich ca. eine Woche.

Die Milch lässt sich mit Haselnüssen, Walnüssen, Mandeln oder auch Hanfsamen machen. Der Kreativität sind keine Grenzen gesetzt.

Falls ihr das Rezept mal ausprobiert, lasst mich wissen, wie’s bei euch geklappt habt. Viel Spaß!

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HowNotTo: Minzsirup

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Letztes Jahr haben Oli und ich Minzsirup gekocht. Wir wollten mal was anderes als Minztee und die riesige Gartenernte an Nanaminze bot sich an.

Kann ja nicht so schwer sein, dachten wir, gibt ja genug Rezepte im Internet und Holunderblütensirup machen die Leute ja auch überall selbst… Gesagt, getan.

Wir haben den Sirup also in 1 kleines Fläschchen und eine 1l-Flasche abgefüllt (siehe oben).

Zwischenfrage: Wie dumm muss man sein, um Sirup in eine 1l-Flasche abzufüllen? Kein Mensch trinkt so viel Sirup auf einmal.

Aber weiter im Text. Nachdem das kleine Fläschchen bald weg war (oder schlecht geworden ist, keine Ahnung, ist schon ne Weile her), stand die 1l-Flasche bis gestern mehr oder weniger dekorativ auf dem Regal.

Denn: Wer trinkt schon 1l Sirup auf einmal? Und wenn er offen ist, wird er ja bald schlecht…

Wie ihr seht, drehen wir uns im Kreis.

Auf jeden Fall habe ich dann gestern beherzt beschlossen, die Flasche endlich zu öffnen, denn wie ihr wisst, halten gute Minimalistinnen nichts vom Aufsparen auf den passenden Anlass.

Und siehe da: Wir haben ein Jahr lang leicht grünliches Zuckerwasser aufbewahrt. Der „Sirup“ schmeckt nach Zucker, sonst nichts.

Aha, das war also der Grund, warum wir die Flasche ein Jahr nicht geöffnet haben. Langsam kam die Erinnerung zurück: Der Inhalt der kleineren Flasche hat nämlich auch schon so geschmeckt. Zonk.

Unser DIY-Minzsirup war also ein kompletter Reinfall. Aber so läuft das eben, wenn man etwas ausprobiert, das man noch nicht kann. Es gibt immer eine kleine Chance, dass man es komplett vermasselt.

Aber dann hat man ein HowNotTo, auf dem man aufbauen kann!

Zur Zeit gärt ein Glas selbstgemachtes Sauerkraut in unserem Flur vor sich hin. Mal sehen, ob wir damit ein besseres Händchen haben.

Ich werde berichten.

Was ist mit euch? Habt ihr schonmal ein DIY komplett vermasselt? Und dann vielleicht erfolgreich daraus gelernt? Oder es komplett gelassen?

Knoblauch, Knoblauch ist unsere Leidenschaft!

Von unserem Balkongarten habe ich euch noch gar nicht erzählt. Also streng genommen ist es kein Balkongarten, da wir ja keinen Balkon haben.

Aber wir haben ein Art Galerie, an die wir Blumenkisten hängen können und wo wir auch ein paar Töpfe aufgestellt haben. Zur Zeit sieht’s da so aus:

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Es ist ein bisschen schwierig, für die unvorteilhafte Nordostlage geeignete Pflanzen zu finden. Wir sind auch immer neidisch, wenn der Lavendel unserer Nachbarin schon doppelt so groß ist wie unserer… ja, so schnell wird man spießig.

Aber von den Widrigkeiten lassen wir uns natürlich nicht abschrecken. Thymian funktioniert ganz gut. Olivenkraut und Rosmarin auch. Für den Basilikum ist es definitiv zu dunkel.

Jetzt probieren wir, ob den Wintergemüsen die Lage besser schmeckt. Wie ihr seht, sind viele der Kästen oben unbewachsen. In die haben wir gestern Abend Feldsalat, Bärlauch und Knoblauch gepflanzt.

Feldsalat und Bärlauch kamen aus den Tütchen, für den Knoblauch haben wir einzelne Zehen gesteckt.

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Dafür mussten die Erdbeeren weichen, die mit der Lage auch nicht so gut klar gekommen sind. Das Gestrüpp im Eimer ist Rucola. Mein Tipp: den muss man jedes Jahr neu aussäen, aber es lohnt sich. Nicht mal der aus der Gemüsekiste kann mit dem würzigen Geschmack mithalten.

Jetzt heißt es warten. Feldsalat gibt’s ja schon nach dem ersten Frost. Auf Knoblauch und Bärlauch müssen wir bis im Frühjahr warten.

Um uns allen die Wartezeit zu versüßen, hier eins meiner Lieblingslieder. Jedesmal, wenn ich Knoblauch schnibbel, spielt das Lied in meinem Kopf. Und manchmal singe ich auch mit :).

Was ich tagsüber träume

Tagträume sind wunderbar. Sie erlauben uns, Pläne zu schmieden, die nicht von realen Grenzen eingeschränkt werden. In unserem Kopf können wir das „Wäre-es-nicht-meeeeega…?“ realisieren, ohne an das „Oh-mein-Gott-was-könnte-alles-passieren?!!!???“ zu denken.

Tagträume sind wunderbar, um Ideen für unsere Langzeitziele zu sammeln und sie zu visualisieren.

Tagträume haben es verdient, ausgeschmückt und weitergesponnen zu werden. Denn wer weiß? Vielleicht sind sie ja gar nicht so realitätsfern, wie wir dachten. Und irgendwann werden sie wahr.

Darum teile ich meine Tagträume heute mit euch. Nicht alle natürlich. Nur die konkreten. Ich möchte schließlich nicht, dass ihr mich für verrückt haltet.

Als Innenstädterin ist es mein Luxusproblem, keinen Balkon zu haben. Denn ein Balkon ist toll. Nicht weil man in lauschigen Sommernächten dort ein Glas Rotwein trinken kann. Und auch nicht, weil man sich dort im Balkongärtnern üben kann.

Nein. Ich träume von einem Kompost.

Genauer gesagt, von einem dieser dreistöckigen Tower auf dieser Website, die genialerweise Global Worming heißt.

Es ist nicht schwierig, die selber zu bauen, dass macht der Typ von der Website schließlich auch.

Das Problem ist der Platz. In der Küche haben wir schon einen kleinen Wurmkompost in einer 20l-Kiste. Der funktioniert wunderbar. Falls es euch interessiert, stelle ich euch unsere 1 102 gefräßigen Mitbewohner_innen namens Anna und Otto demnächst auch mal vor.

Aber so gefräßig die Würmer auch sind, sie schaffen nur 20% unseres Biomülls, wenns hoch kommt. Denn wir haben unglaublich viel Biomüll, besonders seit wir eine Gemüsekiste beziehen. Und da unser Haus keine Biotonne hat, wandern die guten Gemüsereste alle in die Müllverbrennungsanlage. Was für eine Verschwendung!

Darum träume ich an manchen vielen Tagen davon, alle unsere kompostierbaren Abfälle unseren Würmern verfüttern zu können.

Dann wäre unser Restmüll quasi arbeitslos. Stellt euch das mal vor.

Und wir würden in einer lauschigen Sommernacht mit unseren 10 378 Annas und Ottos auf dem Balkon sitzen und ein Glas Rotwein trinken.

Ein Traum.