Minimalismus ist schön

Minimalismus ist ursprünglich ein Begriff aus der Kunst und der Architektur. Besonders seit Apple spielt er auch im Design wieder eine große Rolle.

Der ästhetische Aspekt des Minimalismus hat für mich eine große Bedeutung. Ich genieße es, wenn Dinge gut schön sind.

Oft war mein Problem, dass ich zwar viele schöne Dinge hatte, sie aber zusammengewürfelt gar nicht gut aussahen.

Eine Lösung dafür ist, Dinge nur noch aus einem Set zu kaufen. Das ist ja auch eine gängige Strategie, zum Beispiel bei Möbeln. Dann kauft man sich ein komplettes Wohnzimmer, Sofa, Sessel, Schrank, Tisch, Sideboard und was noch alles dazu gehört.

Aber was, wenn man gern noch ein Regal im Wohnzimmer hätte, das aber dann nicht in der Serie vorgesehen ist? Oder man hätte gern eine spezielle Lampe, deren Form sich aber mit dem Design der Möbel beißt?

Schon kommt man in ein Dilemma. Denn nur, wenn man in den Grenzen des vorgegebenen Sets bleibt, hat man das gewünschte Gesamtbild. Individualität ist nicht vorgesehen.

Doch wie lange bleibt das Set in seinem Gesamtbild erhalten? Jeder Raum entwickelt sich organisch mit den Menschen, die in ihm leben. Darum wird der Raum nicht lange im Ursprungszustand bleiben. Schon gar nicht so lange wie die Wohnzimmergarnitur hält.

Das führt dann entweder dazu, dass die Wohnzimmergarnitur lange vor ihrer Zeit komplett ausgetauscht wird.

Oder dass einzelne Möbelstücke ausgetauscht werden, vor allem die kleinen, ein neuer Couchtisch hier, ein Hocker da. Auf diese Weise kehrt zwar wieder Individualität ein, aber das Gesamtbild, dass man gekauft hat, ist futsch.

Was hat das nun mit Minimalismus zu tun?

Ich bin der Meinung, dass sich das Gesamtbild eines Raumes nach und nach durch die Auswahl und Zusammenstellung der Gegenstände ergeben sollte. Nicht durch ein vorgegebenes Set, das man sich einmal aussucht.

Um dieses Gesamtbild harmonisch und angenehm zu gestalten, ist Minimalismus ein wichtiges Werkzeug.

Solange nur Dinge in einem Raum sind, die in diesem Moment einen Nutzen für die Menschen in ihm haben, stimmt auch das Gesamtbild.

Eine organische Entwicklung führt zu einem einheitlichen Gesamtbild, solange die Dinge im Einklang mit den aktuellen Werten und Zielen der Bewohner_innen sind. Dazu gehört, Altlasten auszusortieren und Dinge zu verändern, sodass sie mit der eigenen Persönlichkeitsentwicklung Schritt halten.

Die persönlichen Werte und Ziele ändern sich nicht sehr oft, darum muss sich auch die Umgebung nicht oft großartig ändern. Hängeregale sind jetzt der letzte Schrei? Ach ja, aber ist es wirklich mein inneres Bedürfnis, jetzt ein Hängeregal zu besitzen? Solche Fragen sollten wir uns in Bezug auf unsere Räume stellen.

Aber wird das dann nicht langweilig? Manchmal will man doch auch was neues… Wenn Räume aktiv belebt werden, ändert sich in ihnen ständig etwas, ganz allein dadurch, dass in ihnen gelebt und gearbeitet wird. Ein neues DIY-Projekt breitet sich für eine ganze Woche auf meinem Schreibtisch aus. Wenn es fertig ist, wird der Platz wieder von meinem Laptop belegt. Bücher kommen und gehen, Instrumente werden auf-und abgebaut, CDs rausgekramt und liegen dre Tage lang auf der Stereoanlage, solange sie gehört werden… All diese kleinen Dinge verändern ständig das Aussehen eines Raumes.

Wenn Minimalismus gelebt wird, lässt er Räume gut aussehen. Und Schränke. Und Gärten. Und Taschen.

Wenn die Dinge, die ich auswähle mit meinen persönlichen Werten und Zielen übereinstimmen, passen sie wunderbar zusammen.

Wenn ich Dinge loslasse, die nicht mehr zu mir passen, wird das Gesamtbild schöner.

Weil nur noch das bleibt, was wunderschön ist.

Advertisements

Ein Gedanke zu “Minimalismus ist schön

Die Kommentarfunktion ist geschlossen.