DIY Zugluftstopper

Seit ein paar Wochen ist es wieder so kalt, dass wir die Heizung andrehen müssen, um es drinnen gemütlich zu haben.

Wir heizen grundsätzlich auf eher kühle 18°C – 19°C in den Räumen, in denen wir uns aufhalten, kuscheln uns in warme Pullis und Decken und trinken heißen Tee.

Trotzdem wird es ungemütlich, besonders im Flur. Da das Haus, in dem wir wohnen, schon älter ist, müssten die Haustüren dringend mal erneuert werden. Denn zwischen Tür und Rahmen ist ein Spalt, durch den unsere geheizte Luft gleich wieder verschwindet.

Um wenigstens für ein bisschen mehr Isolation zu sorgen, habe ich einen einfach Zugluftstopper genäht.

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Dazu habe ich aus einem Stück Stoff, das etwas länger als die Tür ist, eine Rolle genäht. Das hintere Ende habe ich verschlossen und am vorderen Ende einen Tunnel eingenäht.

Als Füllmaterial eignen sich sehr gut die kostenlosen Zeitungen, die trotz Widerspruch jede Woche im Briefkasten liegen.

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Als Band zum Verschließen habe ich eine Stricklieselwurst benutzt. Das Stricklieseln macht so Spaß, aber mal ganz ehrlich: Was macht ihr mit den ganzen gestrickten Würsten? Eine Anwendung habe ich jetzt immerhin schon mal gefunden.

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Das Zeitungspapier kann ich ganz einfach austauschen, falls es mal nass wird. Und da der Bezug im Eingangsbereich auf dem Boden liegt, wird es vielleicht nötig sein, ihn ab und zu zu waschen, was durch das einfache Design kein Problem ist.

Was ich stattdessen mit mir anfange

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Dieser Blog hat ja unter anderem Minimalismus zum Thema. Doch meistens veröffentliche ich kleinere und größere DIYs. Diese Experimente kann ich wiederum nur durch meinen minimalistischen Lebensstil alle durchführen. Und damit schließt sich der Kreis.

Ein minimalistischer Lebensstil ist kein Selbstzweck. Zwar hat ein Experiment a la „Kann ich nur mit x Gegenständen leben?“ oder „Kann ich für x Wochen ohne Geld leben?“ auch seinen Reiz. Aber der wirkliche Nutzen des Minimalismus liegt in den Möglichkeiten, die er schafft.

Für mich ist Minimalismus die Basis für ein selbsbestimmtes Leben. Ich hinterfrage grundsätzlich ALLES auf seine Notwendigkeit. Das kann manchmal anstrengend sein. Nicht für mich, denn ich bin von Natur aus ein experimenteller Mensch, aber für die lieben, mich umgebenden Menschen.

Dieses Hinterfragen ermöglicht es mir, mich frei zu machen von vorgeblichen Zwängen, die bei näherem Hinschauen gar keine sind. Durch diese Reflexion habe ich mein Verhalten in vielen Bereichen geändert.

Statt ständig kurzfristig aktuelle Nachrichten zu konsumieren, informiere ich mich über Themen, die mich interessieren, sodass ich langfrisitig dazu lerne und mich weiterentwickle.

Statt mich durch Fernsehen, Zeitschriften und auf Veranstaltungen von Werbung bombardieren zu lassen, schalte ich sie stumm oder am besten gleich aus und verbiete ihnen, mir meine Aufmerksamkeit zu stehlen.

Statt mit meinem Geld immer schneller Konsumgüter aller Art zu kaufen, vom Coffee to go bis zum fünfzehnten T-Shirt, investiere ich lieber in ein Fernstudium oder Kurse, bei denen ich meine Fähigkeiten erweitern kann. Auch Werkzeuge und DIY-Materialien sind gute Investments.

Statt in meiner Freizeit auf Verkaufsveranstaltungen aller Art zu gehen (Shopping, Verbrauchermesse, etc.), nutze ich die Zeit, selbst Dinge zu erlernen, mich mit anderen auszutauschen oder einfach nur die Seele baumeln zu lassen.
Die frei gewordene Zeit investiere ich auch gern in Beziehungen. Sich stressfrei, ohne Termindruck mit lieben Menschen zu treffen und lange Gespräche zu führen ist unbezahlbar.

Auch dieser Blog ist ein Produkt meines minimalistischen Lebensstils. Ich habe schon vorher mehrere  Anläufe unternommen, einen Blog aufzubauen, aber nur durch das grundsätzliche Hinterfragen, wie ich meine Zeit verbringe, war plötzlich genug Zeit da, mich wirklich damit zu beschäftigen.

Dadurch, dass ich mein Geld nur noch für die wesentlichen Dinge ausgebe, ist es mir das erste Mal gelungen, meine Ausgaben zu protokollieren, um ein Budget zu erstellen. Früher bin ich durch die vielen kleinen Ausgaben nie nachgekommen und habe frustriert wieder aufgegeben.

Die minimalistische Sichtweise lohnt sich immer dann, wenn man sich etwas vornimmt und wiederholt daran scheitert. Dann hilft es, die Komplexität des eigenen Lebens zu hinterfragen und sich seine ganz individuellen Prioritäten bewusst zu machen.

Das ist natürlich erst mal (Denk-)Arbeit und auch ich hatte schon Momente, in denen ich nicht wusste, was ich denn nun mit mir anfange, wo ich all die Dinge nicht machen möchte. Aber auch dieses Gefühl der Langeweile ist lehrreich und neue Projekte kommen schneller, als man denkt. Gegen blinden Aktionismus hilft auch Meditation.

Der minimalistische Lebenstil ist bei mir so erfolgreich, dass ich mich dadurch psychisch und physisch besser fühle. Eben selbstbestimmter. Ich bereue nicht so viele Dinge, die mir sowieso nicht wichtig sind und erlebe Erfolge in den Bereichen, auf die ich mich konzentriere.

Wie ist das bei euch? Habt ihr als Minimalist_innen auch schon solche bleibenden Erfolgserlebnisse erzielt? Seid ihr gücklicher? Und die nicht Minimalist_innen: Glaubt ihr, ihr könntet von so einer Neupriorisierung profitieren? Oder ist euch das eher zu anstrengend?

DIY Lavendelessig

Also eigentlich ist es nicht wirklich DIY-Essig, sondern nur Essig mit DIY-Lavendelduft. Aber das wirkt als Überschrift so umständlich.

Essig kann man aber durchaus selbst machen. Für nächstes Jahr habe ich mir das Experiment DIY-Apfelessig auch auf den Wunschzettel geschrieben. Falls ihr vor mir Zeit und Lust habt findet ihr hier eine schöne Anleitung. Falls ihr das ausprobiert (oder schon ausprobiert habt?), sagt mir Bescheid, wie es gelaufen ist.

Nun aber zu meinem DIY-Projekt. Ich benutze Essig immer als leichtes Desinfektionsmittel für die Wäsche (einfach 2cl ins Weichspülerfach) und auch zum Putzen. Dafür kaufe ich Essigessenz (siehe Foto) und mische sie 4:1 mit Wasser. Dieses Gemisch hat erstmal nur einen starken Essiggeruch und ist klar.

Nachdem ich vor ein paar Wochen unseren Lavendelbusch zurückgeschnitten hatte, fand ich die lecker duftenden Blüten und Blätter viel zu schade zum Wegwerfen, also habe ich sie erst mal zum Trocknen ausgelegt.

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Nach ein paar Tagen ist mir eingefallen, dass man Essig parfümieren kann, indem man Kräuter einlegt. Also hab ich einfach ein paar Lavendelblätter und -blüten in eine Glasflasche mit Essig gestopft und das ganze ans Fenster gestellt, damit das Gemisch noch ein bisschen Licht und Wärme abbekommt. (Beides war damals noch vorhanden.)

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Mit der Zeit hat sich der Essig leicht verfärbt. Als absoluter Nichtprofi habe ich den Lavendelessig nach ca. einer Woche einfach für fertig erklärt, ihn gefiltert und daran geschnuppert. Ich muss sagen, ich kann den Duft nicht identifizieren. Andere Haushaltsmitglieder riechen den Lavendel anscheinend deutlich, aber mein Näschen ist wohl nicht fein genug. Ich finde den Geruch einfach süßlich, eher nach Apfel.

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Wobei wir wieder beim selbstgemachten Apfelessig wären. Ich glaube, ich muss doch bald mal ein leeres Schraubglas auftreiben…

DIY-Stoffservietten

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Einer meiner letzten Beiträge, in dem ich mich über Wegwerfprodukte echauffiert habe, hat mich endlich motiviert, Stoffservietten zu nähen.

Das hatte ich mir schon länger vorgenommen. Aber ich war zu faul und diese Anleitung für schöne Ecken wirkte einfach zu kompliziert.

Immerhin mache ich meine DIYs immer zu Zeiten, zu denen man auch auf dem Sofa sitzen und fernsehen könnte. Da muss der Einstieg so einfach wie möglich sein. Man darf quasi gar nicht merken, dass man gerade etwas Produktives macht, bis man mitten drin ist.

Die Woche habe ich mich mal wieder überlistet, indem ich die Anleitung ausgedruckt und zusammen mit dem ausgesuchten Stoff auf meinen Schreibtisch gelegt habe. Ein paar Tage habe ich dann erfolgreich drumherum gearbeitet…

…bis sich durch den Wegwerfbeitrag Panik breit gemacht hat: Was, wenn ich dem nächsten Besuch Papierservietten anbieten muss, weil ich noch keine Stoffservietten genäht habe?!?!!!!????

Welche Schmach.

Also dachte ich an einem Abend: du bist ja nicht dumm, versuchst du dich eben mal an einer Serviette und wenn die Ecke Scheiße aussieht (ergo nicht so gut wie bei der gelernten Schneiderin, die die Anleitung gemacht hat), dann kannst du dich immer noch grummelnd vor den Fernseher setzen und gesellschaftsverdummende pseudo-witzige Serien schauen.

Und siehe da! Nach zwei Stunden waren sechs Servietten fertig und hatten schöne Ecken. Tadaaaaa!

Ist der Stoff nicht wunderschön? Er ist aus einem alten, nie benutzten Bettbezug. Falls ihr noch so was daheim rumliegen habt, vielleicht von euren Großeltern, immer her damit. Ich liebe das edle Weiß mit dem filigranen Muster.

 

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Fazit meiner Kauf-Nix-Challenge

Ok, es war leicht.

Ich hatte ja schon die Vermutung, dass es nicht wirklich eine Herausforderung sein würde, kein Zeug zu kaufen. Aber ich wollte in meiner ersten Challenge eben unbedingt Erfolg haben. Aus psychologischen Gründen und so.

Es gab natürlich doch ein paar Dinge, die ich in den letzten 31 Tagen gern gekauft hätte und bei denen ich den Kauf augeschoben habe. Ein paar Dinge habe ich auch gekauft und war mir im Nachhinein nicht sicher, ob das jetzt laut Regeln unter „Unnötiges Zeug“ oder „Basics“ fällt. Ich spreche von Schokolade.

In dieser wunderhübschen Galerie habe ich euch alle Versuchungen zusammen gestellt und kommentiert.

Mein Fazit der Challenge ist, dass sie ihren Zweck erfüllt hat. Ich wurde bestätigt in meiner Meinung, dass ich nur wenige Kaufimpulse verspüre.

Außerdem wurden im Oktober einige Fragen aufgeworfen. Zum Beispiel, ob es auch immaterielles Zeug gibt. Wie eben der Haarschnitt oder die Thai-Massage. Ein Haarschnitt ist bestimmt sinnvoll, aber sobald man alle zwei Wochen zum Friseur geht, kommen wir der Kategorie „unnötig“ schon gefährlich nahe. Eine Thai-Massage ist definitiv nicht notwendig, kann aber als selbstbelohnender Luxus sehr angenehm sein.

Die Thai-Massage ist so das immaterielle Äquivalent der Schokolade, der Haarschnitt liegt eher in der Kategorie der Kniestrümpfe. Luxus und Gebrauchsgut.

Die Herausforderung bei einer Kauf-Nix-Challenge ist auch, zu definieren, welche Dinge (auch die immateriellen) für einen selbst in welcher Kategorie liegen.

Wie immer beim Minimalismus ist es eine sehr persönliche Entscheidung, was wichtig ist und was man braucht. Auch, welchen Luxus man sich gönnt.

Und da diese Challenge so gut geklappt hat, freue ich mich auch auf meine Challenge im November.