Kaufen für die Müllhalde?

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Heute möchte ich den Sinn und Unsinn von Wegwerfprodukten diskutieren. Wegwerfprodukte sind alle Produkte, die man kauft, um sie nach einmaliger Benutzung wegzuwerfen.

Aus meiner Sicht sind Wegwerfprodukte aus mehreren Gründen problematisch.

1. Wegwerfprodukte sind nicht nachhaltig. Rohstoffe werden benötigt, die Herstellung und der Transport verbrauchen Energie. Und das für eine Nutzungsdauer von meist wenigen Sekunden.

2. Wegwerfprodukte sind teuer. Wenn man bedenkt, dass man Geld ausgibt, um „schnell etwas wegzuwischen“, ist das schon paradox. Eben weil Wegwerfprodukte nur wenige Sekunden benutzt werden, ist ihr Preis im Vergleich zum Nutzen sehr hoch.

3. Wegwerfprodukte machen faul und unkreativ. Denn sie sind bequem, was gleichzeitig ihr einziger Vorteil ist. Doch eigentlich ist es bei den meisten Wegwerfprodukten gar nicht schwer und mühsam, sinnvolle Alternativen zu finden und zu nutzen. Trotzdem scheint es vielen Menschen schwer zu fallen, außerhalb der „normalen“ (von der Werbung propagierten) Bahnen zu denken. Und das ist ein Problem. Denn diese Denkfaulheit wird von den Werbenden gnadenlos ausgenutzt. Immer mehr Convenience-Produkte werden im Supermarkt angeboten und auch gekauft. Nicht umsonst heißt „convenience“ auf Deutsch „Bequemlichkeit“. Diese Produkte nehmen uns augenscheinlich Arbeit ab, sind aber oft unnötig, da wir schon einen Gegenstand besitzen, der dieselbe Aufgabe erfüllt oder so spezialisiert, dass man sie im Alltag höchst selten benutzt, sie aber trotzdem lagern muss. Womit wir wieder beim Minimalismus wären.

4. Multifunktionsprodukte sind minimalistisch. Wegwerfprodukte mit ihrer spezialisierten Einsatzfähigkeit nicht.

Die meisten Wegwerfprodukte können ersetzt werden durch Dinge, die wir sowieso benutzen, durch mehrmalig verwendbare Produkte oder durch Reste, die dadurch nochmal nützlich werden, bevor sie sowieso in den Müll wandern.

Soviel zur Theorie. Jetzt möchte ich euch zu einigen Wegwerfprodukten meine Alternativen vorstellen.

1. Taschentücher. Das ist einfach: Stofftaschentücher. Ich habe mir aus Stoffresten welche genäht, wobei ich roten Stoff wirklich nicht empfehlen kann (ihr wisst schon, färbt in der Wäsche). Die Handhabung ist auch einfacher, als ich am Anfang dachte. Ich stecke mir morgens ein Taschentuch in die Hosentasche und werfe es abends in die 60°C-Wäsche. Wenn ich erkältet bin, nehme ich eben mehr mit. Das Naseputzen mit Stoff ist viel angenehmer als mit Papier und in der Wäsche nehmen die 15 x 15 cm großen Stofftaschentücher kaum Platz weg.

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2. Servietten. Same same: Stoffservietten. Das ist mein nächstes Projekt, die Anleitung und der Stoff liegen schon bereit. Bei den Stoffservietten ist es wichtig, sich zu überlegen, wie viele Gäste man maximal bewirtet. Mehr Servietten sind nicht nötig. Stoffservietten haben einen weiteren Vorteil: Sie sind viel edler als Papierservietten. Eure Gäste werden sich geehrt fühlen.

3. Küchenrolle. Hier muss ich zugeben, dass die Küchenrolle mehrere Funktionen erfüllt. Trotzdem können alle ersetzt werde. Etwas weg- oder abwischen kann man wahlweise mit einem Geschirrtuch oder Lappen (auf dem Tisch oder der Arbeitsplatte) oder mit einem Putzlappen (auf dem Boden). Viele verwenden die Küchenrolle auch, um Fett von Frittiertem abtropfen zu lassen. Das lässt sich auch mit einem (Geschirr-)Tuch machen. Auch zum Trocknen von Flaschen wurde mir Küchenrolle empfohlen. Auf dem obersten Bild seht ihr, dass ein Stoffrest wesentlich schöner aussieht.

4. Klopapier. Auch dafür benutzen manche Menschen Alternativen. Ich gehöre jedoch nicht dazu.

5. Putzlappen. Hiermit meine ich Swiffer und Co. Ist das nicht ein gelungener Marketing-Gag? Wir putzen mit Wegwerftüchern zusammen mit einem extra dazu passenden Stiel. Nein, tun wir nicht. Wir benutzen einfach einen Putzlappen. Mind Blow.

6. Wattepads. Zum Waschen benutze ich einen Waschlappen und zum Nagellack entfernen einen Stoffrest.

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7. Ohrenstäbchen. Sind sowieso ungesund. Das äußere Ohr kann man auch mit dem Waschlappen oder beim Duschen reinigen und innen hat man sowieso nichts zu suchen.

8. Monatshygiene für Frauen. Tampons, Binden und Slipeinlagen werden zwar mehr als ein paar Sekunden benutzt, wandern aber trotzdem in Massen in den Müll. Viel angenehmer ist da der Menstruationsbecher aus Silikon. Der trocknet nicht aus, muss nur alle 12 Stunden gewechselt werden und hält bis zu 10 Jahre. Win-win.

Das waren meine Alternativen zu Wegwerfprodukten. Habt ihr noch mehr ersetzt oder gibt es etwas, auf das ihr nie verzichten könntet?

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5 Gedanken zu “Kaufen für die Müllhalde?

  1. Hallo! Ich habe vor einiger Zeit auch dazu einen Beitrag geschrieben und bin auf ganz ähnliche Alternativen gekommen. Es gibt allerdings ein paar Ausnahmen, die ich auch mache – Wattestäbchen verwende ich aus Papier, ich kann nicht ohne. Und Zahnseide, die verwende ich auch und da will ich mein Zahnarzt, dass ich nicht ohne diese bin. Ansonsten bin ich auch überall für die wiederverwendbare Stoffvariante. Vor allem Taschentücher sind so viel angenehmer zur Nase als Papierkollegen!

    lg
    Maria

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  2. Hallo,
    danke für den tollen Beitrag, der mich zum Umdenken inspiriert hat. Ich bin bis jetzt ein großer Fan von Küchenrollen gewesen, benutze viel zu viel davon – Schande über mein Haupt! Sobald die letzte Rolle leer ist, werde ich nur noch Lappen zum Aufwischen etc. verwenden.

    Ich weiß gar nicht, wann ich mir zuletzt die Nase geputzt habe. Ich mache morgens fast immer eine Nasenspülung und dann ist die Nase den ganzen Tag frei. Daher ist mein Verbrauch an Papiertaschentüchern nicht erwähnenswert.

    Ja, das mit dem Toilettenpapier aus Stoff habe ich jetzt schon mehrfach im Internet gesehen. Für mich ist das allerdings auch nichts. Mein Verbrauch ist aber auch hier nicht besonders hoch, da ich jeden Morgen Flohsamenschalenpulver zu mir nehme und – jetzt wird es ein bisschen eklig – mein Stuhlgang dadurch schön fest ist, dass es kaum was abzuwischen gibt. Da reichen mir zwei bis drei Papierstücke von der Klorolle.

    Stoffservietten habe ich bereits, Wattepads und Ohrenstäbchen verwende ich nicht und mit den Menstruationstassen habe ich mich auch schon mal beschäftigt, es dann aber irgendwie aus den Augen verloren. Das kommt aber gleich wieder auf meine To-do-Liste.

    Ansonsten fallen mir keine Produkte mehr ein, eventuell Geschirr aus Pappe oder Besteck aus Plastik. Den Sinn habe ich nie verstanden.

    Viele Grüße
    Isabelle

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    • Wow, das freut mich natürlich, wenn ich so einen direkten Impact habe :).
      Du bist ja anscheinend sonst echt gut dabei, Wegwerfprodukte zu vermeiden. Das mit der Nasenspülung und dem Flohsamenschalenpulver ist ja interessant. Wobei ich persönlich von Nasenspülungen immer Nasenbluten bekommen habe, als ich das mal zur Schnupfenvorbeugung gemacht habe. Egal wie viel oder wenig Salz da im Wasser war… Naja, inhalieren hilft ja auch :).

      Liebe Grüße, Marisa

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