DIY Apfelessig

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Seit meinem Sauerkraut-Erfolg bin ich ganz Feuer und Flamme fürs Fermentieren und Herstellen von allerlei Essbarem durch coole bio-chemische Reaktionen. Das gute daran ist, dass man das ganze meistens nur vorbereiten und dann warten muss.

So auch beim Apfelessig-Rezept von langsamer leben. Dieses Rezept hat außerdem noch den Charme, dass es eine 1A-Resteverwertung ist, da man nur die Schalen und das Kerngehäuse benutzt. Vom Rest kann man dann lecker Apfelküchle machen *nomnomnom*.

Ich werde das Rezept hier nur grob skizzieren, für eine ausführliche Anleitung und erklärende Fotos könnt ihr ja bei langsamer leben vorbei schauen. Dort gibt es auch viele Tipps und Tricks, auf was ihr achten müsst.

Eigentlich ging es ganz einfach. Anfang Dezember gab es besagte Apfelküchle. Danach wurden Apfelreste in eine große Schüssel mit Wasser gegeben. Nach einer Woche sollte es ein bisschen blubbern, dann können die Apfelreste rausgefiltert werden, denn der Geschmack und der Zucker haben sich nun im Wasser gelöst.

Das Apfel-Wasser wird nun in ein Glas gefüllt und mit einem Tuch abgedeckt an einen warmen Ort gestellt. Jetzt kommen zwei nacheinander und/oder parallel verlaufende Reaktionen zum Einsatz: Zuerst verwandeln Hefen den Zucker zu Alkohol, der dann von Essigsäurebakterien zu Essig verwandelt wird. Diese Prozesse kann man mit der Nase mitverfolgen, denn zuerst riecht das ganze nach Hefe (durch die Hefen, wer hätte es gedacht) und anschließend nach Nagellackentferner (durch die Essigsäurebakterien, die auf Latein Acetobacteraceae, was bestimmt nicht ohne Grund wie Aceton klingt).

Wenn der Geruch von Nagellackentferner verflogen ist, kann man den Essig probieren. Dafür schöpft man die an der Oberfläche entstandene Essigmutter ab. Die Essigmutter ist ein glibberiges Gemisch aus Hefepilzen und Bakterien, unseren fleißigen Helferlein. Und da diese immer noch nicht genug haben, kann man mit der Essigmutter einfach ein neues Essigprojekt starten. Ich habe etwas Roséwein halb/halb mit dem Apfelessig gemischt und das ganze wieder an die Heizung gestellt. Mit etwas Glück gibt es bald einen selbstgemachten Roséweinessig, wie exklusiv :).
(Auf dem Bild ganz oben seht ihr übrigens rechts den angesetzten Weinessig. Links steht ein angesetztes Rote-Beete-Kvass. Darauf bin ich auch sehr gespannt und werde euch berichten.)

Nun aber zur wichtigsten Frage: Wie schmeckt denn der selbstgemachte Apfelessig?

Nun ja, es war mein erster Versuch. Die Biochemie hat alles richtig gemacht, kein Schimmelpilz konnte sich breit machen und es wurde Essig. Schon mal super. Aber meine Habgier stand mir im weg. Ich wollte möglichst viel Apfelessig aus den Apfelresten bekommen und habe darum viel zu viel Wasser dazugegeben. Darum ist der Apfelessig jetzt so dünn, dass ich ihn in Salatsoßen etc. nicht als Essig verwenden kann.

Dafür benutze ich ihn jetzt, wie die alten Römer, um mir mit einem Spritzer Apfelessig mein Wasser aufzupeppen. Das ist lecker und erfrischend. Wobei die winterliche Tee-Saison vielleicht nicht die beste Zeit ist für kühlende Erfischungsgetränke. Egal.

Ich bin sehr zufrieden mit dem Apfelessig und sehr gespannt auf den Weinessig. In zwei Monaten gibt’s dazu ein Update.

Habt ihr schonmal Essig mit wilden Hefen und Essigsäurebakterien hergestellt? Wie ist das bei euch gelaufen? Und habt ihr Tipps für mich, was ich noch mit meinem dünnen Apfelessig machen könnte?

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3 Gedanken zu “DIY Apfelessig

  1. Wenn ich gewusst hätte, wie einfach man Apfelessig selbermachen kann, dann hätte ich neulich sicherlich nicht eine ganze Falsche davon gekauft, die jetzt wieder einige Zeit reichen wird. Rezept ist für die Zeit danach schon abgespeichert 🙂

    Liebe Grüße, Svenja

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    • Ich musste witzigerweise aber auch direkt eine Flasche Apfelessig kaufen, um zu beurteilen, wie gut der selbstgemachte geworden ist. Ich hatte vorher noch nie Apfelessig benutzt und wusste gar nicht, wie der schmecken muss :). Für was benutzt du denn den Apfelessig? Ganz normal wie anderen Essig im Salat?

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