Haare waschen mit Roggenmehl

… funktioniert tatsächlich!!!!!!!11!!einself!!

Habs jetzt zweimal ausprobiert und bin echt begeistert. Einfach ein bis zwei Esslöffel Roggenvollkornmehl mit Wasser zu einem Brei anrühren und auf die Kopfhaut einmassieren. Dann so lange warten, bis man denkt, dass zwei Minuten jetzt endlich mal vorbei sein sollten und die Pampe gut auswaschen. Fertig.

Das Gute ist, dass falls man doch nicht alles komplett ausgewaschen hat, kann man das Mehl im getrockneten Zustand einfach ausbürsten.

Ich benutze ja normalerweise die Haarwaschseifen von Savion, aber als meine am Sonntag wie aus heiterem Himmel plötzlich aufgebraucht was (passiert immer sonntags sowas), dachte ich, ich probier das Mehlshampoo mal aus. Es ist also wunderbar als Notfallshampoo geeignet für alle Ökos, die natürlich immer Roggenvollkornmehl zu Hause haben.

Ich werde es jetzt wohl umgekehrt machen und die Haarwaschseife als Notfall- und Reiseshampoo benutzen und ansonsten öfters zur Mehldose greifen. Wobei akute Faulheit bei aufgezwungener Frühaufsteherei definitiv als Notfall zählt.

Haarwaschseifen sind in unseren Kreisen ja auch fast zu Mainstream geworden, findet ihr nicht? Da muss doch mal ein neuer Kick her.

Foto 20.05.15 18 08 30

 

Advertisements

Schräge Biere

Seit ich unter die Brauerinnen gegangen bin, entwickle kultiviere ich einen leichten Spleen für schräge Biere.

Hier sind meine neusten Funde:

Ganz links ein „Magisch Dunkel“, das in der Vollmondnacht gebraut wurde. Kennt jemand die Vorteile von nächtlichen Brausessions bei Vollmond? Schmecken tut’s auf jeden Fall, ich mag aber generell dunkle Biere.

In der Mitte sehr schick das „Gepflegte Pils“. Ja, so sieht er aus, der Mann mit Zylinder. „Jetzt wäre doch genau der richtige Moment für ein Gepflegtes Pils“, könnte ich ja auch wirklich sehr gut in meinen Alltag integrieren. Nur leider schmeckt’s halt wie Pils. Also nicht.

Abgehängt auf dem dritten Platz der Mann mit der braunen Weste auf dem Hellen. Fast schon langweilig gegenüber den anderen beiden. Da hab ich auch glatt vergessen, wie’s schmeckt. So überragend kann’s ja dann nicht gewesen sein.

Bei den anderen beiden Bieren ist auch die Flasche schicker. Und in die könnte man ja auch Selbstgebrautes abfüllen. Immer lecker.

Foto 03.05.15 20 30 09

Meal prep

Seit ein paar Wochen bin ich dazu übergegangen, mein Mittagessen nicht mehr in der Kantine zu kaufen, sondern von zu Hause mitzubringen. Am Anfang war das noch etwas gewöhnungsbedürftig und nicht nur einmal bin ich sonntags um halb neun von der Couch aufgeschreckt, weil ich vergessen hatte, mir etwas für die neue Woche zu kochen.

Doch die Vorteile überwiegen definitiv: Ich kann mir jederzeit das kochen, auf was ich gerade Lust habe und muss mich nicht dem Diktat des Kantinenchefs unterwerfen (Kartoffelsuppe mit Grießknödeleinlage, wirklich?) und ich spare Geld dabei.

Sehr bald hat sich auch herausgestellt, dass wir (noch) weniger Lebensmittel wegschmeißen, da ich eine faule Einkäuferin bin und gern alles verkoche, was der Kühlschrank hergibt.

Mir ist aufgefallen, dass das Kochen to go ein bisschen anders funktioniert als normales Kochen. Ich nehme gern nur eine Schüssel mit zur Arbeit, was bei typischen dreigeteilten Gerichten eher schwierig ist (SchniPoSa aus der Mikrowelle, mhh lecker). Was sich anbietet, sind typische Alles-in-einem-Gerichte wie Currys oder Aufläufe. Sehr praktisch, dass das auch die besten Gerichte sind, um Reste zu verwerten. Siehe oben – win win.

Interessanterweise sind unsere Haushaltskosten nicht wirklich gestiegen, obwohl ich pro Monat ca. 20 Portionen zusätzlich koche, die vorher nicht zu diesem Budget gehörten. Effizientere Warenverwertung durch weniger Reste und einfache Gerichte sind hier wohl der Hauptfaktor.

Also, was gibt’s diese Woche? Nudelauflauf mit Blumenkohl und Mairübe aus der Gemüsekiste und einer Bechamelsauce mit Käseresten aus dem Kühlschrank.

Foto 17.05.15 18 25 01

Foto 17.05.15 18 24 51

Ich glaube, ich nenne ihn den Weißen Auflauf.

Foto 17.05.15 18 55 05

Und als Dessert gibt’s leckeren Rhabarberkuchen. Da war ich zwar nur die Schnippeltante, aber wer schon mal 1,3 kg Rhabarber geschält hat, weiß, dass das kein Zuckerschlecken ist.

Foto 17.05.15 18 25 07

Wie handhabt ihr das mit dem Mittagessen außer Haus? Kantine, Mensa, Selberkochen, oder habt ihr sogar sowas wie eine Kochgruppe bei der Arbeit?

Heute back, morgen brau ich,…

…übermorgen hol ich der Königin ihr Kind.
– Rumpelstilzchen

Hui, wenn das die Reihenfolge ist, dann klau ich wohl bald das Royal Baby… aber keine Angst, so schnell werdet ihr keine Schlagzeilen über mich lesen.

Gebacken habe ich aber schon und gebraut auch. Homebrew ist ja gerade in und viele haben’s schon ausprobiert oder kennen jemanden, der’s schon gemacht hat. Auch Brausets werden fleißig verschenkt.

Brausets, pffff, die brauchen wir hier in der Selbermach-Hochburg natürlich nicht. Das ist auch gar nicht nötig, denn mit 683 h Internetrecherche findet man genauso raus, was man alles braucht und die Bestellung im Internet-Braushop deiner Wahl ist dann schnell gemacht.

Und sowieso, alle die behaupten, das lohne sich ja gar nicht… Wie kann man bitte einen Samstag besser verbringen, als 9 h rührend im Zuckerwasserdampf zu stehen, während sich die Küche langsam in eine Sauna verwandelt und die Tapete sich von der Decke löst?? Bitte, nennt mir eine Sache. Na also.

Ok ok, es braucht viel Zeit und viel Recherche, aber dafür darf man dann auch vor allen seinen Freund_innen mit dem eigenen Bier rumspänen :). Und kann mit allen möglichen Fachwörtern um sich schmeißen und mit Kennergaumen jedes Bier beurteilen („Ah, da ist der Hopfen jetzt doch ein bisschen dominant“). Klingt doch super.

Außerdem kann man sein eigenes Bier trinken und coole Etiketten dafür entwerfen.

Da ihr jetzt alle gar nicht warten könnt, selbst unter die Brauer_innen zu gehen, gebe ich euch hier mal einen kleinen Einblick in ein Brauwochenende.

Wichtig: Bevor ihr braut, müsst ihr das beim Zollamt anmelden. Dann bekommt ihr eine ganz offizielle Braulizenz und dürft 200l pro Jahr und Haushalt für den Eigenverbrauch brauen.

Hier der Einkauf. Grundzutat ist natürlich Gerstenmalz, hier gleich in drei Sorten, denn wir wollen auch mal Malzbier brauen.

Foto 06.05.15 18 06 10

So sieht das von Nahem aus:

Foto 15.03.15 12 49 58

Hopfen gibt’s zur besseren Dosierung als Pellets.

Foto 14.05.15 21 31 15

Wie bei jedem guten Experiment wird natürlich Protokoll geführt :).

Foto 15.03.15 12 50 26

Beim Brauen „kocht“ man die Zutaten bei verschiedenen Temperaturen für verschieden lange Zeitintervalle, sodass die gewünschten Reaktionen ablaufen, die nachher in der Summe ein leckeres Bier ergeben –> Biochemie rocks.
Um ein ordentliches Gefäß zu haben, in dem das „Kochen“ stattfindet, haben wir uns einen Einkochautomaten von Weck besorgt.

Hier seht ihr das Brauen aus der Sicht der Brauerin oder des Brauers, nämlich von oben in den Topf hinein.  Um die Temperatur konstant zu halten, muss ständig gerührt werden, wodurch einem_r diese Ansicht mit der Zeit sehr vertraut wird.

Foto 15.03.15 12 50 48

Unser Rezept sieht wie folgt aus:

Einmaischen: Das Malz bei maximal 50°C für 20 min quellen lassen.
Einweißrast: 20 min bei 55°C
Maltoserast: 20 min bei 64°C
Erste Zuckerrast: 40 min bei 72°C
Zweite Zuckerrast: 30 min bei 77°C

Um die Temperaturen zu halten, braucht man ein Thermometer und eine gute Beziehung zum Einkochautomaten. Fluchen hilft meistens nicht, da ist Einfühlungsvermögen gefragt.

Anschließend wird die Maische gefiltert. Man bemerke das antike Milchsieb, das wir für diese Zwecke zweckentfremdet haben. Glücklicherweise komme ich aus einem Winzerdorf, sodass solche Dinge wie ein Gärfässchen quasi zur Grundausstattung gehören. Die Isomatte in der Ecke hatten wir übrigens zum Kochen um den Weckautomat gewickelt, um ihn besser zu isolieren.

Foto 15.03.15 14 59 21

Professionelle Abfüllanlage aka Oli:

Foto 15.03.15 15 00 09

Durch die Maische filtern. Sieht ein bisschen aus wie Frischkornbrei.

Foto 15.03.15 14 59 29  Foto 15.03.15 15 08 44

Das pappsüße Malzwasser, das zu diesem Zeitpunkt schon die ganze Küche verklebt hat.

Foto 15.03.15 16 13 43

Da wir nicht nur Süße im Bier haben wollen, geben wir jetzt den Hopfen dazu und kochen das ganze im Weckautomaten sprudelnd für 2h. Falls ihr eure Tapeten abziehen möchtet, wäre danach der richtige Zeitpunkt.

Danach wirds knifflig. Ab jetzt liefern sich Essigsäurebakterien und Hefen ein Rennen, wer das leckere Hopfen-Malz-Gemisch als neuen Lebensraum übernehmen darf. Da wir natürlich wollen, dass die Hefe gewinnt, benutzen wir spezielle Brauhefe, die besonders gut für unsere Zwecke geeignet ist. Außerdem desinfizieren wir alles mit Brennspiritus und heißem Wasser und kühlen das Bier möglichst schnell herunter, sodass etwaige Bakterien wenig Zeit haben, sich breit zu machen.
Sollte die Hefe verlieren, wird das Bier sauer und ungenießbar und alles war für die Katz‘.

Jetzt fehlt mir leider ein Bild, wie das Bier nach einem Tag im Gärtank aussieht. Stellt euch das vor wie oben das Malzwasser, nur mit einer Schaumkrone und abgestorbenen Hefezellen auf der Oberfläche.
Vom ersten auf den zweiten Tag soll nämlich die „Gärung ankommen“, also die Hefen sollen ihre Verstoffwechselung von Zucker in Alkohol und CO2 beginnen. Die Gärung überprüft man, indem man seine Nase in’s  Faß steckt und dann das Gefühl hat, als hätte man ’ne Line Brause in die Nase gezogen (gebt’s zu, die Mutprobe habt ihr als Kind auch mal gemacht 😉 ).

Am dritten Tag wird das Jungbier dann in sterilisierte Flaschen abgefüllt.

Und jetzt kommt der schwerste Teil: Bis das Bier fertig ist, muss es noch fünf bis zehn Wochen in den Flaschen gären.

Foto 17.03.15 19 05 48

In der Zwischenzeit haben wir an unseren Etiketten gefeilt, die sehr ökomäßig mit Milch angeklebt sind.

Und, wie schmeckt’s am Ende? Lecker! Ein bisschen wie eine Mischung aus Weizen und Kölsch mit leichter Kohlensäure.
Die Schaumkrone ist noch optimierbar, da haben wir beim zweiten Versuch auch gleich mal den Prozess optimiert.

So ein Kasten ist aber auch ratzfatz weg :).

Foto 14.05.15 22 18 34

Kettenschaltungsdiplom summa cum laude

Guten Abend meine wissbegierigen Mitmenschen!

Getreu meinem Lieblingsmotto

Eigentlich kann ich ja alles.
– Pippi Langstrumpf

habe ich den Anspruch, eine semi-professionielle Fahrradmechanikerin zu werden. Den ersten Schritt dazu habe ich heute getan :).

An meinem Fahrrad ging der kleinste Gang nicht mehr und da hab ich mir kurzerhand von diesem charmanten jungen Mann erklären lassen, wie ich meine Kettenschaltung wieder wie geschmiert zum Laufen bringe.

Um meine Nachbarn zu beeindrucken, habe ich mir noch diesen professioniellen Fahrradreparaturständer zugelegt.

Foto 14.05.15 20 15 24

Foto 14.05.15 20 15 46

Schick, ne?

Ansonsten braucht man zum Verstellen der Kette aber wirklich nur wenig Werkzeug, Kreuz- und Flachschraubendreher und eventuell ein Inbus. (Der praktische Werkzeughalter am Reparaturständer trägt definitiv zum professionellen Look bei.)

Foto 14.05.15 20 26 36

Jetzt schnurrt meine Kettenschaltung wieder und ich kann ohne Probleme bis in den untersten Gang schalten. Wenn das mal kein erfolgreicher Feiertag war!

Also, wenn eure Kettenschaltung mal Faxen macht, bring sie zu mir, ich zeig ihr dann schon ihre Grenzen!

Vielleicht schaff ichs dann auch irgendwann mal, mich nicht komplett mit Öl zu versauen, wenn ich an der Kette arbeite… Wie das mit meinen Füßen passieren konnte, ist mir ein Rätsel… 🙂

Foto 14.05.15 20 37 59

Und, wie war euer Feiertag?