Ausmistaktion Runde 724

Ein frohes neuen Jahr wünsche ich euch! Jetzt habt ihr wieder mal eine neue Seite an mir kennen gelernt, mein ausgeprägtes Phasenverhalten. Diesen Begriff habe ich irgendwo im Internet aufgeschnappt und es beschreibt sehr schön meine Angewohnheit, mich mit einem Thema für eine Weile sehr intensiv auseinanderzusetzen bis ich nicht mehr weiterkomme und dann zum nächsten Thema übergehe. Es handelt sich um eine Art spiralförmiger Lernkurve, denn nach einer Weile Abstinenz komme ich (fast) immer wieder auf das ursprüngliche Thema zurück und nehme das nächste Level in Angriff. Entschuldigt also meine lange Abwesenheit und die ausführliche Ausrede.

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Minimalismus ist ja keine Hau-Ruck-Aktion, sondern enwickelt sich in vielen, vielen Ausmist- und Reduzierungsrunden. Viele kennen das Phänomen, ein Jahr nach der letzten Ausmistrunde einen Gegenstand in der Hand zu halten und plötzlich nicht mehr zu wissen, warum der damals nicht schon rausgeflogen ist.

Am Minimalimus mag ich sehr, dass man durch den Wandel seiner nahen Umgebung sieht, wie man sich selbst verändert und weiterentwickelt. Dinge, die nicht mehr zu einem passen, werden weiter gegeben. Neue Dinge kommen hinzu. Manche dieser neuen Dinge bleiben sehr lange. Aber hin und wieder merkt man auch bei neueren Dingen, dass sie schon nicht mehr passen.

Denn während in Ausmistrunde 1-10 hauptsächlich wirklich alte, unpassende und teilweise schon kaputte Dinge weitergegeben und entsorgt werden, betrachtet man bald auch neuere Dinge mit einem anderen Blick. „Neu“ ist nicht mehr automatisch „gut“.

Das gibt die Möglichkeit, sich leichter von Fehlkäufen und anderen Dingen, die „noch völlig in Ordnung“ sind, zu trennen und sie weiterzugeben, so lange sie noch einen Wert für jemand anderen haben. Denn in der Schublade oder im Keller nützen die Dinge auch nichts.

Darum habe ich mich in der 1471. Ausmistrunde (unter anderem) nun endlich von meinen Nagellacken und fast allen meinen Ohrringen getrennt. Ich trage sie einfach nicht mehr. Viele liebe Menschen haben sich gefreut über das unerwartete Geschenk. Und bei mir wäre der Nagellack nur eingetrocknet. (Einziges Problem: Was mache ich jetzt mit den zwei Fläschchen Nagellackentferner in der Schublade?)

Ich finde es übrigens normal und wichtig, dass man sich auch erlaubt, diese Fehlkäufe zu machen, die man gleich wieder loswerden will. Natürlich ist es gut, vor Neuanschaffungen nachzudenken und nur Dinge zu kaufen, bei denen man überzeugt ist, dass man sie braucht. Aber manchmal kann man eben nur durch einen Fehlkauf lernen, dass man etwas wirklich nicht braucht. Alles andere wäre totale Effizienz und das klingt genau so unmenschlich, wie es ist. Und wenn die Dinge mal da sind, bringt ein längeres Aufbewahren auch nichts außer ein schlechtes Gewissen.

Darum: Weitergeben und sich an der Freude der_des Beschenkten erfreuen. Und daran, dass man mal wieder was gelernt hat.

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Falls ihr Dinge weitergeben möchtet, sind Ebay Kleinanzeigen eine gute Adresse, wenn ihr denkt, dass ihr noch ein paar Euro dafür bekommen könnt. Zum Verschenken gibt es in fast jeder Stadt Facebook-Gruppen, hier zum Beispiel „Free Your Stuff Freiburg“ oder „Verschenk’s Freiburg“. Geht oft schneller, als man denkt.

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