Update: Müllfrei Einkaufen

Heute gibt’s ein Update zum müllfreien Einkaufen. Da hat sich nämlich in den letzten Monaten einiges getan.

Lebensmittel

Hier hat unser Umzug die größte Veränderung gebracht. Wir wohnten schon vorher nur drei Gehminuten von einem täglichen (!) Markt entfernt, aber hingegangen sind wir eher selten. Das hat mich geärgert, denn wirklich erklären konnte ich es mir nicht. Jetzt, wohnen wir fünf Fahrradminuten von einem viel kleineren Wochenmarkt entfernt und decken uns jeden Samstag dort ein. Und zwar WEIL er kleiner ist. Unser alter Markt ist der größte und zentralste der Stadt, auf dem sich auch viele Touristen tummeln oder Leute einfach nur zum Spaß drüber schlendern. Das macht das Einkaufen wegen der Menschenmassen stressig. Außerdem gab es zwar viele, viele Stände, aber zum Beispiel nur einen Bio-Käsestand mit dementsprechend langer Schlange und viel Hektik bei den Verkäufer_innen. Da ist die Hemmung, mal nachzufragen, ob der Käse/Quark/etc. in die eigene Dose gelegt werden kann, dann auch hoch. Auf unserem neuen Markt ist das alles kein Problem und man wird nicht mal schräg angeschaut. Das Highlight schlechthin ist der lose Quark, den man direkt in seine Box gelöffelt bekommt.

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Unseren Grundbedarf an leckerem Gemüse und Obst bekommen wir in unserer regionale Gemüsekiste einmal die Woche nach Hause geliefert. Leider ist das auch nicht ganz verpackungsfrei, da oft einzelne Positionen in Papier oder bei nassen Dingen (Salat) auch in Plastiktüten verpackt sind.

Zum Transport von nasseren Salaten wie Feldsalat habe ich übrigens immer noch keine gute Alternative zur Plastiktüte gefunden. Ich habe mir überlegt, eine Tasche aus Wachstuch zu nähen. Oder kennt von euch noch jemand eine Alternative?

Als dritte Einkaufsmöglichkeit wollen wir einer FoodCoop beitreten, wo wir hoffen, trockene Grundnahrungsmittel und Dinge wie Öl/Essig ganz ohne Verpackung kaufen zu können. Da warten wir gerade auf Rückmeldung und ich werde auf jeden Fall noch einmal gesondert berichten, wenn die Bewerbung von Erfolg gekrönt ist.

Was sonst noch fehlt holen wir bei Edeka, Rewe oder Denn’s, vorwiegend in Pfandflaschen oder Papiertüten. Hier stellt sich mir immer wieder die Frage: Warum gibt’s Studentenfutter nur in Plastiktüten??

 

Kleidung

Ich habe es endlich mal geschafft, in einen Second-Hand-Laden zu gehen und mir neue Klamotten zu kaufen. Nachdem ich seit November 2014 bis auf Unterwäsche und Socken nichts Neues gekauft habe, waren manche Shirts so langsam wirklich zu abgetragen, um sie weiter zu benutzen. Die Suche nach einem Second-Hand-Laden mit gutem Sortiment war gar nicht so einfach, aber ich bin mit meiner ersten Ausbeute sehr zufrieden. Für eine weiße Bluse und zwei Strickjäckchen habe ich nur 10 Euro bezahlt. Preisschilder waren natürlich auch keine dran, es wurden keine Ressourcen benötigt und das Geld ist für einen guten Zweck. Also eine Win-win-win-win-Situation.
Mein Kleiderschrank ist seit dem letzten Artikel übrigens noch ein Stück minimalistischer geworden, weil ich rigoros nur noch das anziehe, was ich gern trage und nach und nach die ungetragenen Dinge aussortiere. Da wird’s so langsam auch wieder Zeit für ein Update.

 

Alles andere

Ja, alles andere ist schwierig. Gerade fallen mir die Möbel ein, die wir nach dem Umzug noch brauchten. Das war nicht viel, nur ein Schrank, ein Regal und eine Zeile Küchenunterschränke. Wir wollten das eigentlich Second-Hand kaufen, aber nachdem wir uns die Auswahl im Second-Hand-Kaufhaus und auf Ebay Kleinanzeigen ein paar Wochen angeschaut hatten, gaben wir auf. Wir sind beide keine Shopper, die Spaß daran haben, immer den Überblick zu behalten, was gerade im Angebot ist und dann zuzuschlagen, wenn es passt. Darum sind wir dann doch bei IKEA gelandet. Mal abgesehen von der Qualität war das natürlich auch eine Verpackungsschlacht, mit der wir die Papiertonnen unseres Mehrfamilienhauses allein füllen konnten. Und unseren Gelben Sack erst Recht.

 

Fazit

Bei den Dingen für den täglichen Gebrauch sieht’s so langsam echt gut aus. Es macht mir Spaß, immer wieder neue Gelegenheiten zu finden, gute Qualität ohne Verpackung zu finden. Und wenn ich daran denke, wie geschockt ich war, als ich das erste mal meinen ökologischen Fußabdruck berechnet habe und realisiert habe, dass ich im Schnitt jeden Monat ein Kleidungsstück kaufe, bin ich mit meiner jetzigen Entwicklung mehr als zufrieden. Nur das Stöbern auf Flohmärkten und in unsortierten Second-Hand-Läden ist eben nicht so mein Ding. Dafür freue ich mich immer, wenn Leute an mich denken, wenn sie Dinge aussortieren und nachfragen, ob ich das eine oder andere noch gebrauchen kann.

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Ein Gedanke zu “Update: Müllfrei Einkaufen

  1. Habe mich gerade sehr gefreut, deinen Artikel hier bei mir im Reader gefunden zu haben!
    Eure Möglichkeit mit dem Markt ist schon gut genutzt! Vor allem wenn ihr es organisiert bekommt, nur einmal die Woche dann auch einzukaufen…

    Ich würde gerne mehr über eure Bemühungen verpackungsfrei zu leben lesen und freue mich auf News!

    Liebe Grüße, Micha

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