Was läuft

In meinem Alltag hat sich viel verändert: Neuer Job mit permanenter Reisetätigkeit. Durch die neuen Herausforderungen sind erst mal viele Nachhaltigkeitsdinge auf der Strecke geblieben. Das ist oft so in den Spiralen, in denen ich mich weiterentwickle. Es zeigt sich dann, was ich schon verinnerlicht habe und was noch wirklich anstrengend ist.

Jetzt habe ich wieder mehr Luft und Lust, die anstrengenden Dinge wieder anzugehen. Aber es gibt auch viele Dinge, die die anstrengendere Zeit überlebt haben und es sind sogar ein paar dazugekommen. Gerade der Minimalismus hat es für mich leichter gemacht, die stressigen Zeiten zu überstehen.

Darum möchte ich heute ein paar „Wins“ zusammenfassen, die auch in stressigen Zeiten super funktioniert haben und sie mir sogar erleichtert haben.

Minimalistische Haarpflege mit Seife, Essig und Öl
Ich wasche meine Haare immer noch mit Haarwascheseife und spüle mit verdünntem Apfelessig. Ab und zu werden Haare und Kopfhaut mit Öl gepflegt. Außerdem habe ich mir eine Haarschere zugelegt, mit der mir mein Mann alle paar Wochen die Spitzen schneidet. Funktioniert super und spart Zeit und Geld für den Frisör.

Minimalistischer Kleiderschrank
Ich kaufe weiterhin nur Kleidung, wenn Teile ersetzt werden müssen und habe hier bei Neuanschaffungen konsequent auf bio und fair geachtet. Einzige Ausnahme: Die zusätzlichen Business-Klamotten. Hier habe ich mir aber eine „Uniform“ zu gelegt, sodass ich mit zwei Hosen und 5 fünf Blusen durchs Jahr komme. Second-Hand-Klamotten zu kaufen scheitert bei mir einmal an der Zeit und an der kompletten Unlust, durch (Second-Hand-)Klamottenläden zu stöbern.

Vegane Ernährung
Ich lebe seit letzten Sommer vegan. Das ist wohl der größte Punkt aus der Nachhaltigkeitsperspektive, denn hier habe ich sogar einen Schritt nach vorne gemacht. Witzigerweise hatte ich hier ein Gefühl von „low hanging fruits“, denn es war (beim x-ten Anlauf, es mal mit vegan zu versuchen) plötzlich gar nicht mehr so schwer und ich hatte bei jeder Mahlzeit das Gefühl, die nachhaltigste Option zu wählen. Durch diese Entscheidung konnte ich mir also viele andere „Nachhaltigkeitssünden“ verzeihen, wie z.B. das ganze abgepackte To-Go-Essen.

Alternative „Einfach gar nicht kaufen“
Ich habe konsequent die Alternative „Einfach gar nicht kaufen“ als die Default-Option eingerichtet. Trotzdem habe ich ab und zu die coole Nachhaltigkeitszeitschrift am Bahnhofs-Kiosk gekauft, aber da hatte ich dann schon wirklich ein Gefühl von Dekadenz. Grundsätzlich empfinde ich viele Dinge, aber auch Aktivitäten, als unnötig und Zeitverschwendung.

Insbesondere ist mir nochmal stärker bewusst geworden, dass man nach dem Kauf erst mal die Zeit haben muss, das Gekaufte zu konsumieren, um es wirklich zu genießen. Schönes Beispiel ist hier unser Balkon, den wir dieses Jahr mit einigem Zeit- und Geldaufwand begrünt haben und den wir jetzt als zusätzliches Zimmer mit hohem Erholungsfaktor nutzen. Frische Kräuter gibt‘s noch als Dividende dazu.

In den nächsten paar Monaten will ich Themen wir Plastik, Müll, etc. wieder mehr angehen. Vielleicht schafft‘s ja das eine oder andere Thema sogar hier auf den Blog. No promises.

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Der Balkongarten im August

Ruuuuuucola und Tomätchen

Ruuuuuucola und Tomätchen

Hallo meine Lieben,

heute möchte ich euch meinen Balkongarten im August vorstellen. Meine gärtnerische Reise ist eine langsame und stetige. Ich versuche, nach und nach mein Wissen zu erweitern, was hauptsächlich über Versuch und Irrtum funktioniert. Beispiel gefällig?

Der Hopfen sollte eigentlich 4m hoch wachsen und die Wand mit dunkelgrünen Blättern bedecken, bleibt aber dürr und hellgrün? Dann ist der Tiefwurzler wohl nicht glücklich mit dem 30cm tiefen Topf, in den er seine 4m tiefen Wurzeln quetschen muss.

Die Tomaten bekommen unten (!) braune trockene Stellen? Kaliummangel! Da hat wohl jemand das Gießen und Düngen vernachlässigt. (Knowledge Drop: Wenn die braunen Flecken oben auf den Tomaten und auch auf den Blättern sind, handelt es sich um Braunfäule und wird durch zu viel Nässe von oben verursacht.)

Wachstumsstop und gelbe Blätter? Stickstoffmangel. So viel zur Vernachlässigung…

Die Erbsen gehen auch nach der zweiten Aussaat nicht auf? Dann mögen sie wohl den schattigen Platz nicht gern.

Ihr seht, mit jedem Wehwehchen wird man wieder ein bisschen schlauer.

Bodengesundheit finde ich ein spannendes und wichtiges Thema. Welche Nährstoffe braucht der Boden um für welche Pflanzen ideal zu sein? Ist es möglich, auf dem eigenen Balkon einen ökologischen Kreislauf in Gang zu bringen? (Das wäre doch gelacht, andere schaffen das in einem Einmachglas!) Ein erster Schritt ist da auf jeden Fall schon einmal unsere Wurmkiste, in der wir einen Teil unseres Biomülls in wertvollen Wurmkompost verwandeln.

Wurmkompost

Wurmkompost

Um dort hin zu kommen, fehlt mir aber noch einiges an Wissen und Erfahrung. Aufschlauen möchte ich mich jetzt erst mal mit dem Buch Peaceful Gardening. Die Hobbygärtnerin beschreibt anschaulich, wie man den heimischen Garten biovegan beackern kann. Sehr angenehm zu lesen, auch wenn es für meinen Geschmack an der einen oder anderen Stelle noch etwas wissenschaftlicher sein könnte. Und bis es so weit ist, werde ich mich auch noch in verschiedene Arten zu düngen einlesen. Erste Versuche stehen aus, für die ich mir einmal das Blümchenfutter, einen Flüssigdünger und einmal Pimp my Gärtchen, einen festen Langzeitdünger zugelegt habe. Beide sind vegan und für den Bioanbau geeignet. Uuuuund aus dem hippen Berlin. Ganz nach meinem Geschmack.

Peaceful Gardening und Blümchenfutter

Peaceful Gardening und Blümchenfutter

Und hier noch ein paar Fotos von den Evergreens, die einfach funktionieren im Balkongärtchen:

Rote Beete

Rote Beete: Auch die Blätter sind im Salat oder Smoothie sehr lecker!

Urwald

„Der Urwald“: In diesem Kasten wächst alles: Oregano, Minze, Rosmarin Thymian, ab und zu Schnittlauch…

Erdbeeren

Erdbeeren

Olivenkraut, Thymian und Rosmarin

Basilikum und Salbei

Wie läuft’s in euren (großen und kleinen) Gärten?

Lob des Wintergemüses

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Vor ein paar Wochen war ich in einem kleinen, hippen Restaurant und habe mir ein Gericht bestellt, bei dem als Beilage „saisonales Gemüse“ angegeben war. Ich war sehr gespannt, welches Gemüse serviert und wie es zubereitet werden würde. Immerhin war Februar und der Durchschnittsrestaurantbesucher isst im Alltag eher selten saisonal. Darum müssen sich Restaurants bei Wintergemüse schon etwas einfallen lassen, um es dem Tomaten-und-Paprika-gewöhnten Gaumen schmackhaft zu machen. Ich hoffe dann immer auf eine neue leckere Zubereitungart, die ich in mein Repertoir aufnehmen kann.

Die Vorfreude war also groß und die Realität umso enttäuschender: Das saisonale Gemüse entpuppte sich als mediterranes Gemüse aus Tomaten, Paprika, Zucchini und Auberginen. Ok… Es hatte ja auch niemand von regionalem Gemüse gesprochen…  Auf Nachfrage, wo denn zu dieser Jahreszeit ihre Zucchini angebaut würden, hat der Kellner irgendwas von „Die werden geliefert“ gemurmelt und den Rest des Abends einen großen Bogen um mich gemacht ;).

Das ging also in die Hose. Ich finde es sehr schade, dass sich nicht mehr Restaurants trauen, ihren Kund_innen wirklich saisonales Gemüse zu servieren. Denn dank unserer regionalen Gemüsekiste weiß ich, dass man aus Karotten, Pastinaken, Wirsing, Weißkohl, Rotkohl, Topinambur, Rüben, Rote Beete, Rosenkohl, Grünkohl, Sellerie, Spinat, Kürbis etc. sehr leckere Gerichte zubereiten kann. Ich habe gelernt, dass man auch im Winter frisches Gemüse essen kann, das besser schmeckt als ein bunter Salat mit wässrigen hellgrünen Blättern und hellroten Gewächshaustomaten.

Fast bin ich sogar ein bisschen traurig, dass sie bald vom Speißezettel verdrängt werden. Aber im nächsten Winter kommen sie ja wieder. Und bis dahin genießen wir Bärlauch, Spargel, Tomaten, Paprika, Gurken, Zucchini, Auberginen,…

Liebt Wintergemüse! ❤

Start der Balkongartensaison

Seit Oktober genießen wir den Luxus einer Wohnung mit großem Südbalkon. Natürlich haben wir beim Schreiner in der Familie gleich zwei Hochbeete in Auftrag gegeben, die jetzt endlich bepflanzt werden konnten.

Der Platz in einem Hochbeet ist natürlich begrenzt, aber wir waren überrascht, wie viel man in einer Saison daraus ernten können soll. Als Wissenschaftler_innen bebauen wir das Beet natürlich systematisch, und zwar nach der Square-Foot-Gardening-Methode. Diese Methode teilt ein Stück Garten bzw. ein Hochbeet in 30cm x 30cm große Quadrate („Square foot“), die dann mit einer genauen Anzahl an Samen/Pflänzchen bestückt werden und nach der Ernte direkt wieder bepflanzt werden.

Das hat den Vorteil, dass man nicht in Versuchung kommt, einfach das gesamte Samenpäckchen einzusäen und sich später zu ärgern, dass die Pflänzchen nicht groß werden, weil man es natürlich nicht übres Herz gebracht hat, alle überzähligen Pflänzchen zu pikieren. Oder dass man (aus demselben Grund) plötzlich (!) viel zu viel von einer Gemüsesorte ernten kann und dann den ganzen Gefrierschrank voll Bohnen hat.

Für uns als Gartenneulinge ist es außerdem eine Erleichterung, einem Plan folgen zu können und dadurch leichter den Überblick über die anfallenden Arbeiten zu behalten. Auch im Beet herrscht durch die systematische Einteilung Ordnung, was das Arbeiten erleichtert.

Unsere Hochbeete unterteilen wir in zwölf Quadrate, die wir unterschiedlich bepflanzen.

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Vor zwei Wochen haben wir die ersten Samen ausgesät: Radieschen, Spinat, Rucola, Petersilie und Bärlauch. Daher sieht das Beet noch recht karg aus, bis auf die Radieschen, die konnten es gar nicht erwarten, zu keimen.

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Empfindlichere Gewächse wie Gurken, Paprika und Tomaten machen es sich noch drinnen gemütlich.

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Zusätzlich zum Hochbeet bepflanzen wir auch noch Balkonkästen und Töpfe, hauptsächlich mit Kräuter zum Kochen, für Tee und zum dran Schnuppern. Den wenigen, die den Umzug und die widrigen Nord-Ost-Bedingungen in der alten Wohnung überlebt haben, geht es durch die Sonne schon viel besser. Olivenkraut und Thymian wachsen wie verrückt, der eingezwängte Rosmarin hält sich ein bisschen zurück. Die Minze hat einen Topf für sich allein bekommen, was sie uns mit einem Wachstumsschub dankt. Und da es noch 1083 andere Kräutersorten gibt, die ich gern anbauen möchte, wird der Rest am Wochenende auf dem Markt gekauft.

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Wie ihr euch denken könnt, wächst in einer richtigen Heimbrauerei natürlich stilecht auch eine Hopfenpflanze.

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Wer gärtnert, braucht auch einen Kompost. Darum nehme ich diesen Artikel zum Anlass, euch endlich Bilder von unserer Wurmkiste zu zeigen. Unsere Reihenfolge war nämlich andersrum, denn einen Wurmkompost besitzen wir schon seit zwei Jahren. In der neuen Wohnung ist er in ein zweistöckiges Kistensystem umgezogen und vertilgt jetzt doppelt so viel Bioabfall wie vorher. Auf dem zweiten Bild habe ich sogar einen Wurm erwischt, bevor er sich in die Erdschicht verzogen hat. Seht ihr ihn da rechts unten auf dem Bild? Die weißen Punkte auf den Bananenschalen sind übrigens Kleinstlebewesen, die für die Würmer alles mundgerecht vorkauen. Ich bin jedes mal begeistert, wenn ich die Kiste öffne und quasi zuhören kann, wie der organische Abfall gemampft wird.

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Habt ihr die Gartensaison auch schon gestartet? Kennt ihr die Square-Foot-Methode oder habt ihr ein anderes System, um euren Platz gut zu nutzen? Und habt ihr Erfahrungen mit einem Wurmkompost?

Gläsersegen

Der Frühling ist da! Das steigert meine Laune enorm, auch wenn ich seit einer Weile kränkel und wie ein Schluck Wasser in der Kurve rumhänge. Aber genug gejammert.

Heute will ich euch am großen Gläsersegen teilhaben lassen, der in Form von drei Kisten voll alten Einmachgläsern über uns gekommen ist.

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So langsam haben wir in unserer Wohnung in jedem Zimmer eine Schublade oder ein Regalbrett mit Gläsern ;). Und im Vorratsschrank ist auch fast alles schön in Gläsern untergebracht. Wie man sieht, widersetzen sich insbesondere Süßigkeiten hartnäckig ihrer Befreiung vom Müll.

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Den gelben 5kg-Sack mit Reis habe ich übrigens im türkischen Supermarkt gekauft. Der Reis ist sehr lecker und wir füllen immer eine kleine Menge in ein Glas ab, damit wir nicht jedes Mal beim Kochen den großen Sack rumwuchten müssen.

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Neu gekauft habe ich mir fünf von diesen 3/4l-Bügelgläsern, um jeden Tag mein Mittagessen zu transportieren. Die Tupperdosen haben sich mit der Zeit von Tomate und Kürbis verfärbt und ich wollte schon länger neue Transportgefäße besorgen. Für die Bügelgläser habe ich mich entschieden, weil sie die meisten meiner Kriterien erfüllen: Gefäß nicht aus Plastik, zum Einfrieren geeignet, dicht auch beim Transport von Flüssigkeiten, günstig genug, dass ich mir gleich fünf Stück kaufen will. Einziges Manko ist, dass ich die Gefäße wegen des Metallbügels nicht direkt in den Mikrowellenherd stellen kann.

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Leider gibt es nicht mehr für alle alten Gläser Gummidichtungen zu kaufen, da die neuen Ringe nur noch mit Durchmessern von 6 cm,
8 cm und 10 cm hergestellt werden. Aber es sind einige mit 10 cm Durchmesser dabei, sodass ich dieses Jahr endlich mal meinen Plan umsetzen will, im Sommer Tomaten einzukochen. Die restlichen Gläser werden zur Aufbewahrung von trockenen Lebensmitteln benutzt, bei denen es nicht so wichtig ist, dass sie luftdicht gelagert werden.

Was benutzt ihr zum Aufbewahren? Habt ihr auch schon solche Schätze aus Kellern gerettet? Oder habt ihr noch eine andere Verwendung für alte Einmachgläser?